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Dark Souls II
Schöner sterben mit Dark Souls II -
Offizieller Nachfolger angekündigt!

Noch nie starben wir schöner, erbarmungsloser und grausamer als im japanischen Action-RPG Dark Souls von der Entwicklerschmiede FromSoftware, die bereits mit dem inoffiziellen Vorgänger Demon’s Souls im Jahre 2009 von sich reden machte und die Spieler zum inbrünstigen Zerstören der PS3-Controller zwang. Atemberaubende Settings, eine verborgene, doch stets präsente Geschichte, das omnipräsente Gefühl der Melancholie und Einsamkeit in der Welt der Untoten und höllisch schwere und gemeine Bossgegner – genau das macht die beiden Spiele aus. Sicher ist dies keine leichte Kost oder seichte Abendunterhaltung für den Gelegenheitszocker. Man muss die Herausforderung und die Qualen lieben, oder auch vom gegenwärtigen Spielemarkt einfach gelangweilt oder unterfordert sein. Jedenfalls gibt es bisher kein mir bekannter Titel, bei dem man solche gewaltigen Frust- und Erfolgserlebnisse verspürt wie in Dark Souls. So hart es auch sein mag, nach dem erfolgreichen Töten eines Bosses freut man sich fast unverständlich und wie ein kleines Kind an Weihnachten über seinen Erfolg. Nicht selten halten wir uns in den Gegenden von Lordran bis zu 100 Spielstunden auf und suchen unser Glück in der hoffnungslosen Welt der Untoten.

Dark Souls 2 Cover

Doch jetzt, zwei Jahre nach dem Erscheinen von Dark Souls im Jahre 2011 für die gängigen Konsolen (Anm. d. Red.: Die PC-Fassung erschien erst am 24. August 2012 in der Prepare to Die-Edition), melden sich die Japaner mit einer erfreulichen Nachricht an die Spieler zurück: Im März kommenden Jahres soll endlich ein Nachfolger erscheinen! Dies wurde auf Werbeplakaten zur E3 2013 in Los Angeles bekanntgegeben. Wieder sollen wir erbarmungslos sterben und werden auf weitere Geduldsproben gestellt. Einige Fans fürchteten bereits, dass der neue Teil einfacher werde, um neue Spielerherzen zu gewinnen. Oder auch, weil Chefentwickler Hidetaka Miyazaki, der maßgeblich Demon’s Souls und Dark Souls prägte, ankündigte, nicht mehr am neuen Projekt beteiligt zu sein. Doch wie es bislang scheint, sind die Sorgen unbegründet.
Die Tode sind hier natürlich noch spektakulärer als im Vorgänger: In einem 12-minütigen Ingamevideo von IGN sehen wir einzelne Ableben unseres Charakters. Nicht nur miese Feinde mit Äxten größer als sie selbst, sondern auch heranrasende Pferdewagen mit scharfen Sensen an den Rädern, die den römischen aus „Ben Hur“ ähneln, oder Drachen, die eine Hängebrücke, über die wir gerade schreiten, abreißen lassen, bedeuten unser Ende und das Einblenden des so verhassten Bildschirmes in Schwarz mit roter Schrift „You died“.
Als Setting dienen uns viele imposante mittelalterliche Burgruinen, die die Japaner wieder einmal sehr eindrucksvoll gestalteten. Ein riesiges Drachenskelett, welches sich urplötzlich gespenstisch regt, während wir daran vorbeilaufen, darf dabei natürlich nicht fehlen.
Ebenfalls ist in Trailern zu sehen, dass wir in vielen dunklen Gängen und Passagen unterwegs sein werden. Um Licht ins Dunkel zu bringen, benutzen wir Fackeln, die wir zuvor noch an kleinen Feuerkesseln entzünden. Doch wie sollte es anders sein, ist auch hier das Spiel gnadenlos: Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl an Fackeln und diese brennen nach einer Weile ab. Wie im realen Leben. So ist es also auch eine taktische Angelegenheit, wann und wie oft wir Fackeln einsetzen. Brennen sie ab, müssen wir neue suchen, notfalls auch in gänzlich anderen Gebieten als das aktuelle. Auch in dieser Hinsicht bekommen wir wieder einen schweren Brocken vorgesetzt.

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Aber auch vom technischen Aspekt her ändert sich so manches. Wo im Gegenzug Dark Souls I noch mit Grafikproblemen zu kämpfen hatte und durch die simple Konsolenportierung nur eine Auflösung von 1024x768 Pixeln möglich war und bei höher gewünschten Formaten die Grafik schlampig hochskaliert wurde, setzen die Entwickler beim Nachfolger schon direkt an der Wurzel an und beugen dem vor. Zwar konnte man mit Hilfe eines Fan-Patches des Modders Durante eine sehr gute Grafikqualität erzwingen, doch eine Lösung seitens der Entwickler vermisste man. Für die Entwicklung von Dark Souls II soll allerdings der PC als Hauptplattform dienen und bedarf nur der allerhöchsten Aufmerksamkeit. So sollen Grafikpatzer und die grauenhafte PC-Steuerung bald der Vergangenheit angehören. Dennoch empfiehlt es sich weiterhin sehr, für das Spielen das Gamepad zu verwenden.
Beim Multiplayermodus wird ebenfalls Hand angelegt. Er soll nun stabiler laufen als der des Vorgängers, der gerne in hitzigen Gefechten mit Freunden die Verbindung kappte und somit so manchen fast sicheren Sieg ins komplette Gegenteil versetzte. Anhand des IGN-Videos sehen wir auch ein schlichteres und moderneres HUD, das jedoch die Kernelemente des HUDs aus Dark Souls I beibehält.

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Ein weiterer Aspekt behandelt den Kopierschutz. Während man sich in Dark Souls I so manches Mal mit Games for Windows Live (GfWL) herumplagen muss, wurde bereits vor zwei Monaten bekannt, dass man beim Nachfolger auf GfWL verzichten werde. Was stattdessen als Kopierschutzmaßnahme greifen wird, ist ungewiss. Doch wir sind sicher, dass wir während der E3 weitere Informationen erhalten werden.

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Sicher werden die kommenden Monate noch einige interessante Details enthüllen. Wir freuen uns bereits auf neue Stunden der Pein und viele Wutausbrüche, aber auch umso mehr Erfolgserlebnisse mit Freudentränen. Bis dorthin sind wir aber noch lange mit Dark Souls I und seinen ekelhaften Bossgegnern beschäftigt (der Ziegendämon lässt grüßen...).

(I)



Witchers Journal, Jg. 1, Nr. 2 vom 15.09.2013, S. 4


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