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Der Assassine ist tot, es lebe der Assassine!


Ein Assassin’s Creed 3 Preview

von Dandelion

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Friede ist nicht nur das Gegenteil von Krieg,
nicht nur der Zeitraum zwischen zwei Kriegen.
Friede ist mehr.
Friede ist das Gesetz menschlichen Lebens.
Friede ist dann, wenn wir gerecht handeln
und wenn zwischen jedem einzelnen Menschen
und jedem Volk Gerechtigkeit herrscht.

(Sprichwort der Mohawk)

Ein kurzer Rückblick:
Im November 2007 erschien – zunächst für Playstation 3 und Xbox 360, im April 2008 auch für Windows – ein Spiel aus dem Hause Ubisoft, das für seine ansprechende Grafik, das ungewöhnliche Setting, gute Musik und die interessante Handlung gelobt wurde: Assassin´s Creed.
Man schlüpfte in die Haut des Barkeepers Desmond Miles, der von Abstergo, einer dem Orden der Templer angehörigen Firma, entführt wird, um in einer Maschine namens Animus die Erinnerungen eines seiner Vorfahren, dem Assassinen Altaír, nachzuerleben, der in der Zeit des Dritten Kreuzzuges im Heiligen Land lebte. Abstergo interessiert dabei hauptsächlich der Standort eines Artefakts, das den Templern unbeschreibliche Macht über die Menschheit verleihen würde. In den Erinnerungen des Assassinen hoffen sie nun, diesen Standort endlich lokalisieren zu können.
Das Spiel gewann bereits während der E3 2006 etliche Preise und verkaufte sich nach Erscheinen auch mehrere Millionen Mal. Es fehlte jedoch nicht an Kritik. Zwar waren das Setting und die Handlung für die Spieler etwas vollkommen neues, die Steuerung angenehm und die Größe der Welt, die den Spieler zum Entdecken einlädt, wurde durchaus positiv gesehen, doch an dieser Stelle setzte auch schon die Kritik an, da es nichts zu entdecken gab. Anders als in Spielen wie GTA, wo Nebenhandlungen und Verstecke zu finden sind, diente die große Umgebung in Assassin´s Creed keinem anderen Zweck, als die einzelnen Städte der Handlung miteinander zu verbinden.
Auch der Spielverlauf an sich wurde kritisiert. So seien die Morde, die der Assassine Altaír im Auftrag seiner Gilde im Laufe der Handlung ausführen soll, nichts weiter als eine immer gleich ablaufende Ansammlung von zum Teil unglaubwürdigen Mini-Spielen. Ebenso war es oft möglich, sich einfach in den Kampf zu stürzen – für Assassinen doch sehr uncharakteristisch – und trotzdem seinen Auftrag erfolgreich auszuführen.
Ubisoft nahm sich diese Kritik zu Herzen und gelobte Besserung. Im November 2009 – die PC Version erschien erst März 2010 – kam die Fortsetzung in die Läden: Assassin´s Creed 2.
Die Handlung spielte im Italien des Renaissance-Zeitalters und Desmond Miles erlebte jetzt die Erinnerungen eines weiteren Vorfahren: Ezio Auditore da Firenze. Nachdem Desmond mit Hilfe von Lucy Stillman, der Assistentin des Templer-Wissenschaftlers Warren Vidic und im Geheimen Angehörige des Assassinenordens, aus der Gefangenschaft von Abstergo fliehen konnte, setzt er alles daran, seinen neuen Verbündeten im Kampf gegen die Templer zu helfen, die immer noch mit den sogenannten Edensplittern die Weltherrschaft an sich zu reißen versuchen.
Die Erinnerungen von Ezio, der im Verlauf der Handlung durch Forli, Florenz, Venedig und die Vatikanstadt reiste, helfen ihm dabei, zwei weitere Edensplitter zu finden und eine Verschwörung der Templer aufzudecken, der Ezios Vater und seine Brüder zum Opfer fielen. Allmählich wird klar, dass die Verschwörung bis in die höchsten Kreise reicht.
Ezio ist in Wahrheit ein Assassine und wird von seinem Onkel Mario und weiteren Gefährten ohne sein Wissen ausgebildet. Es stellt sich heraus, dass er der angekündigte Prophet ist, der den Edenapfel, welcher in der Handlung hart erkämpft wird, und den Edenstab zusammenführen und zur geheimen Kammer nach Rom bringen soll. In dieser Kammer trifft Ezio auf Minerva, die Desmond durch Ezio vor einer zukünftigen Katastrophe warnt.
Minerva gehörte zu einem wahrscheinlich außerirdischen Volk, welches die Erde als erstes bewohnte und die Menschheit, die diese als Götter ansah, zur Arbeit in ihren Fabriken zwang.
In einer geheimen Datei, deren Einzelteile in Ezios Erinnerungen versteckt sind, sieht man die Flucht zweier Menschen aus der Fabrik Eden. Es sind Adam und Eva und sie haben den Göttern einen Edensplitter gestohlen: den Apfel.
Der zweite Teil der Assassin´s Creed Saga kam wesentlich besser an als sein Vorgänger, was neben dem sympathischen Protagonisten Ezio vor allem an den unzähligen und vielfältigen Nebenmissionen lag, die der Spieler neben der packenden Hauptstory angehen konnte. Die Eintönigkeit der Missionen im ersten Teil gehörte der Vergangenheit an.
In den darauf folgenden Jahren erschien der Ableger Brotherhood, der die Geschichte um Ezio weiter- und schließlich in Revelations und dem eigens produzierten animierten Film Embers zum endgültigen Abschluss führte. Ezio Auditore da Firence war damit die erste Spielfigur, dessen Leben man von der Geburt in Assassin´s Creed 2 bis zu seinem Tode in Embers nahezu vollständig erleben konnte, handlungsbedingte Zeitsprünge nicht eingerechnet.
Doch was nun? Die Geschichte von Ezio und Altaír hatte in Revelations ihren endgültigen Schluss gefunden, doch die Geschichte um Abstergo, den Assassinen und Templern und - nicht zu vergessen - Desmond Miles war an diesem Punkt noch lange nicht vollständig erzählt.
Am Ende von Revelations erfuhr Desmond durch eine Vision, was mit dem Volk, dem Minerva und Juno angehörten, bei der ersten großen Katastrophe geschah, die bis auf wenige tausend Menschen alles Leben auf der Erde auslöschte. Er sah, wie die erste Zivilisation untergeht und wo er nach dem geheimen Ort suchen muss, an dem Minerva und ihre Artgenossen fieberhaft nach einer Möglichkeit suchten, um die Katastrophe abwenden zu können: in Amerika.
Wo genau jedoch der dritte Teil der Assassin´s Creed Serie spielen würde, blieb das große Geheimnis, welches Ubisoft sorgsam hütete. Bekannt war nur, dass am dritten Teil der Assassinen-Saga bereits seit dem Erscheinen des zweiten Teils 2009 gearbeitet wurde.
Im Internet und unzähligen Foren schossen daraufhin die Vermutungen wie Unkraut ins Feld. In Frankreich zur Zeit der französischen Revolution sollte der dritte Teil angesiedelt sein, meinten die einen. Andere bevorzugten eine Fortsetzung im alten Rom zurzeit der Kaiser, was aufgrund der Handlung von Brotherhood, die bereits im Rom der Renaissance spielte, doch recht unwahrscheinlich erschien. Kurze Zeit kursierte sogar das Gerücht, angeheizt durch Kommentare einiger Ubisoft-Angestellten, Assassin´s Creed 3 könnte im Zweiten Weltkrieg spielen, was in AC Fankreisen sogleich für Unmut sorgte. Kaum einer hielt diese Idee für besonders gelungen, gerade in einer Zeit, wo die Computerspielindustrie den Markt mit unzähligen Shootern überschwemmte, die diese Epoche bereits in Beschlag genommen hatten.
Einige Fans fanden schon recht bald Hinweise, die auf den zukünftigen Handlungsort schließen ließen. Bereits in dem DLC Leonardos Verschwinden konnte man einige Anspielungen entdecken. So ähnelte die sitzende Figur des Pythagoras, vor der Ezio und Leonardo kurz vor Ende stehen, in ihrer Größe und Sitzhaltung frappierend der Lincoln Statue in Washington. Am Ende schließlich erfuhren die beiden von Pythagoras Geheimnis: eine Zahlenfolge, mit der Leonardo jedoch nichts anfangen kann. 43 39 19 N 75 27 42 W. Zudem wird der Erfolg GPS freigeschaltet. Besonders dezent kann man diesen Hinweis nicht gerade nennen.
Gibt man nun diese Folge in Google Maps ein, so zeigt uns das Satellitenbild einen Krater in dem US-Bundesstaat Vermont an, nicht allzu weit entfernt von Boston und New York. Eine der kleineren Städte in unmittelbarer Nähe des Kraters heißt zudem Rome. Zufall?
Zusammen mit der Karte, die Desmond am Ende von Revelations zu sehen bekommt, auf der die Position des letzten wichtigen Tempels in Amerika markiert ist, lag der Schluss recht nahe: Assassin´s Creed 3 kann eigentlich nur genau dort spielen. Unklar war nur, welche Epoche der Geschichte Ubisoft auswählen und wer der neue Assassine sein würde, in dessen Haut Desmond diesmal schlüpfen dürfte.
Anfang März 2012 ließ Ubisoft endlich die Katze aus dem Sack. Sie gaben nicht nur den 31. Oktober als Release für Assassin´s Creed 3 an, sondern bestätigten zugleich Amerika als Handlungsort und die Jahre 1753 bis 1783 als Zeitrahmen für die Handlung, jene Jahre, in denen der Grundstein für die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika gelegt wurde. Auch der Name des nächsten Assassinen wurde jetzt enthüllt: Ratonhnhaké:ton, der Sohn eines britischen Kolonisten und einer Mohawk-Indianerin, der sich der Einfachheit halber auch Connor Kenway nennen lässt.
Das Spiel beginnt um 1753. Wir verfolgen in dem Auftakt, der gleichzeitig sicher als Tutorial dienen wird, in dem die Grundzüge des Spiels erklärt werden, wie das Kind Connor miterleben muss, wie britische Kolonisten das Dorf der Mohawks niederbrennen und seine Bewohner massakrieren. Schon zu diesem Zeitpunkt wird in Connor wohl der Grundstein für sein späteres Handeln gelegt: die Suche nach Gerechtigkeit und den Kampf gegen Tyrannei jeglicher Art.
Anders als beispielsweise Ezio soll es Connor jedoch nicht um Rache für erlittenes Leid gehen. Sein starker Gerechtigkeitssinn sorgt vielmehr dafür, dass er sich für die Schwachen und Unterdrückten einsetzt und seine beeindruckenden Fähigkeiten in den Dienst derjenigen stellt, die seiner Meinung nach die richtigen Ziele verfolgen. Wie bereits Altaír und Ezio wird auch Connor zum Assassinen, der sich dem Kampf gegen die Templer verschreibt. Wer ihn jedoch zum Assassinen ausbildet und wie es um deren Gilde im frisch besiedelten Amerika bestellt ist, darüber schweigt sich Ubisoft bislang noch aus. Es wird spannend werden zu sehen, ob sich die Zunft der Meuchelmörder hauptsächlich nur aus den eingewanderten Europäern zusammensetzt, oder es neben Connor noch andere amerikanische Ureinwohner gibt, die sich dem Credo verpflichtet fühlen. Zumindest eines sickerte jetzt durch: wer die Video-Tagebücher der Entwickler genau betrachtet hat, konnte im dritten Teil die kurze Information entdecken, dass Connor dem Assassinen-Orden im Jahre 1770 beitrat.
Die Wahl eines Halbblutes zum neuen Hauptprotagonisten ermöglicht den Entwicklern eine Fülle neuer Möglichkeiten. Natürlich ist Connor wie jeder Assassine vor ihm mit den üblichen Waffen ausgestattet; Bedenken, die versteckten Klingen könnten zugunsten der neuen Epoche und deren Waffen ausrangiert worden sein, bestätigten sich somit nicht, im Gegenteil. Connor trägt eine modifizierte Klinge, die sich per geheimen Mechanismus auch umklappen lässt, damit man sie als normales Messer in der Hand benutzen kann. Zu der Assassinen typischen Ausrüstung gesellen sich zudem spezielle, dem kulturellen Hintergrund des neuen Helden angepasste Waffen: den indianischen Tomahawk, Pfeil und Bogen und eine Waffe mit der Bezeichnung „Rope Dart“. Diese besteht aus einer Art kleinem Speer, der an einem Seil befestigt ist und ursprünglich aus China stammt. In etlichen Videos konnte man bereits eindrucksvoll ihre Wirkungsweise bewundern: von einem erhöhten Punkt aus, etwa der Krone eines Baumes, visiert man damit einen Gegner an, wirft das Rope Dart und zieht den Unglücklichen mit Hilfe des Seils zu sich herauf, bzw. lässt sich als Gegengewicht langsam und unbemerkt vom Baum zum Boden herunter.
Neu ist, dass Connor beidhändig kämpft. So kann er zugleich zwei Waffen einsetzen, was ihm ungeahnte Moves und Attacken ermöglicht. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Möglichkeiten auf die Balance der Kämpfe auswirken werden. Zumindest wird damit die vermeintliche Überlegenheit der britischen Soldaten und ihrer bajonettbestückten Musketen wieder ausgeglichen.
Die Handlungsorte der Geschichte stehen auch bereits fest. Connor wird sich sowohl in Boston als auch im kolonialen New York aufhalten, Aufträge erledigen und seine Ziele verfolgen. Pikantes Detail: 1776 brannten große Teile des damaligen New Yorks aus unbekannten Gründen ab. Laut Ubisoft wird sich Connor nicht nur vor und nach diesem Ereignis in der Stadt aufhalten, sondern auch während es geschieht. Inwiefern Connor in den Brand verwickelt sein wird, oder ob in Wahrheit die Templer dahinter stecken kann bislang nur vermutet werden.
Neben diesen beiden Städten, zu denen Ubisoft gründlich die alten Karten aus der damaligen Zeit studiert hat, um eine authentische Umgebung zu schaffen, wird das Umland eine große Rolle spielen. Hier kann der neue Held Bäume und Felsen erklimmen, auf Jagd nach wilden Tieren gehen und sogar mit deren Fleisch und Fellen in den kleinen Dörfern Handel treiben, oder Aufträge für die dort ansässige Bevölkerung erledigen. Laut den Entwicklern soll gut ein Drittel der Haupt- und Nebenmissionen in dem sogenannten Grenzland stattfinden.
Interessant wäre es zu erfahren, ob in Assassin´s Creed 3 ähnlich wie in den Vorgängern AC 2, Brotherhood und Revelations wieder jene speziellen Abschnitte spielbar sein werden, in denen der Protagonist nach wichtigen Erkenntnissen oder Gegenständen sucht. Die Assassinengräber in Teil 2, die Suche nach den Schlüsseln für Brutus´ Rüstung in Brotherhood und die Erinnerungsscheiben von Altaír in Revelations waren für viele Spieler eine willkommene Herausforderung, die geradezu nach einer würdigen Fortsetzung verlangt.
Etwas zumindest Ähnliches wird es sicherlich auch in Assassin´s Creed 3 geben. Einen Vorgeschmack darauf, wie diese Abschnitte im dritten Teil der Saga aussehen könnten, gab bereits der Trailer zu der Single-Player-Mission „The lost Mayan Ruins“, die bestimmten Editionen des Spiels beiliegen wird, in denen man Connor im Herzen Mexikos uralte Ruinen erklimmen sehen konnte. Vielleicht muss Connor im letzten Teil der Assassin´s Creed Trilogie bestimmte Gegenstände finden, die schließlich den Zutritt zu dem letzten Tempel der Ersten Zivilisation ermöglichen, nach dem in der zweiten Handlungsebene um Desmond Miles und seinen Freunden ebenfalls gesucht wird.
Natürlich wird es im neuesten Assasin´s Creed nicht nur um Connor Kenway gehen. Auch die Geschichte um Desmond soll nach Angaben der Entwickler ähnlich wie Ezios und Altaírs in Revelation nun einen Abschluss finden.
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Wir erinnern uns: am Ende von Brotherhood erfuhr er von Juno, das es seine Aufgabe wäre, Eva zu finden und mit ihr durch das große Tor zu schreiten, um den sechsten Sinn zu aktivieren, den die Erste Zivilisation den Menschen verwehrt hatten: Wissen. Wer hier jedoch gedacht hatte, Lucy sei Eva, war anschließend doch geschockt, als er mit ansehen musste, wie Desmond Lucy unter Junos Kontrolle tötete. Bereits Subjekt 16 hatte Desmond gewarnt, dass sie nicht diejenige sei, für die er sie hielt. Sie war in Wahrheit eine eingeschleuste Doppel-Agentin der Templer, die Subjekt 16 verraten hatte und die Erkenntnisse von Desmond an Warren Vidic weiterleitete, wie der Spieler in dem DLC „Die verlorenen Archive“ erfuhr. Juno wusste von Lucys Verrat und zwang deshalb Desmond, sie zu töten, bevor sie noch größeren Schaden anrichten konnte.
Es ist davon auszugehen, dass Desmonds Passagen im Spiel dieses Mal etwas umfangreicher sein werden als in Revelations und nicht nur auf den Animus beschränkt. Wenn es eine berechtigte Kritik an Revelations gab, so die unmotivierte Jump-and-Run Einlagen, die Desmond absolvieren musste, um seine verlorenen Erinnerungen neu zu aktivieren.
Zurück zu Connor.
Ubisoft hat nicht nur einen neuen Hauptprotagonisten eingeführt, sondern zugleich sämtliche von Altaír und Ezio bekannten Animationen für Connor noch einmal vollkommen überarbeitet – immerhin über 1000 Stück. So wird es neue Animationen für Connors Klettertouren, den Kampf und seine allgemeinen Bewegungen geben. Er weicht nun Hindernissen automatisch aus, visiert ebenso den nächsten Gegner an und ist in der Lage, zwei Waffen gleichzeitig zu nutzen, wozu ebenfalls eine Reihe neuer Animationen notwendig wurden. Selbst der bekannte Todessprung soll von Grund auf neu gestaltet worden sein.
Die Grafikengine, die Connors Abenteuer in Szene setzen wird, ist die aus dem ersten Teil schon bekannte Anvil-Engine. Wer jetzt jedoch einen grafischen Stillstand erwartet, der kann ganz beruhigt sein. Die von Ubisoft genannte AnvilNext-Engine soll einen Meilenstein in der Entwicklung darstellen, was der Detailversessenheit der Entwickler sicherlich zugutegekommen ist. Wir dürfen gespannt sein, wie gut und detailliert die Städte Boston und New York aussehen werden.
Eine weitere Neuerung wird der Wechsel der Jahreszeiten sein, der eine neue spielerische Herausforderung darstellen wird. So sollen Gebiete, die im Sommer noch ohne Probleme erreichbar sind, im Winter durch Schnee und Eis unpassierbar werden und im Gegenzug Orte, von denen uns der Sommer durch Seen und wilde Flüsse trennt, dank des Frostes im Winter leichter erreichbar sein. Der Schnee wiederum ist keine plane Fläche, die nur auf die Landschaft aufgepappt ist, sondern soll sich realistisch verhalten. Fußspuren werden darauf sichtbar sein und Connor wird die weiße Masse auch bewegen können, vielleicht um sich hinter einer Schneewehe vor Verfolgern zu verstecken. Spielerisch spannend scheint dieses Feature allemal. Ob Connor mit falsch gelegten Fährten im Schnee seine Gegner verwirrt oder darauf aufpassen muss, wo er sich entlang bewegt und Spuren hinterlässt, wird uns das Spiel wohl erst in der Praxis zeigen.
Der Spieler wird im Verlauf der Handlung, die noch weitgehend im Dunkeln liegt, viel von der Vorgeschichte der Vereinigten Staaten erfahren und dabei auf wichtige historische Persönlichkeiten treffen wie Benjamin Franklin, General Charles Lee und George Washington, um nur einige zu nennen, immer vor dem Hintergrund der heraufziehenden Revolution. Er wird Zeuge vom Massaker in Boston sein, der Boston Tea-Party beiwohnen und vielleicht sogar der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung im Jahre 1776. Er wird Connor durch die Schlachten des Unabhängigkeitskrieges begleiten, die Templer bekämpfen und sich überall dort für die Gerechtigkeit schlagen, wo es vonnöten ist. Es geht allerdings nicht darum, dass Connor die Revolution im Alleingang gewinnen soll oder sie gar sein vorrangiges Ziel wäre. Vielmehr ist es sein Bestreben, wie es Ezios und Altaírs auch war, die Machenschaften der Templer zu vereiteln und ihre dunklen Pläne aufzudecken. Dass er dabei in die Wirren der amerikanischen Revolution verstrickt wird, bleibt nicht aus. Mischen doch Templer und Assassinen munter in dem Reigen mit, stets auf ihre eigenen Ziele und Vorteile bedacht.
Einen Hurra-geschwängerten, überbordenden Amerika-Patriotismus vom Schlage Mel Gibsons in „Der Patriot“ soll es laut der Entwickler allerdings nicht geben. Stattdessen sollen die handelnden Figuren differenziert und nicht nach dem üblichen schwarz-weiß Muster gezeichnet werden. Es wird also nicht die bösen Rotröcke und die guten Kolonisten geben, sondern jede Seite wird ihre Schurken und Helden haben, die aus ihrer eigenen Motivation heraus jedoch folgerichtig handeln. Zu wünschen wäre es, dass in Assassin´s Creed 3 eine Art Entscheidungsfreiheit, ähnlich wie in der Mass Effect Reihe einziehen würde, wo es Konsequenzen hatte, wenn man dieses täte und jenes ließ. So könnte Connor beispielsweise darauf verzichten eine bestimmte Person zu töten, die ihn später a) entweder verraten oder b) hilfreich zur Seite eilen könnte. Aufgrund der Erfahrung mit der doch recht linearen Handlung der drei Vorgänger ist mit der Einführung dieses Features allerdings nicht zu rechnen.
Wir dürfen also gespannt sein.
Was wird Connor Kenway auf seinen Streifzügen durch die Städte und das Grenzland alles erleben?
Findet Desmond Miles seine Eva und löst das Rätsel, wie die nächste tödliche Katastrophe für die Erde doch noch abgewendet werden kann?
Welche Geheimnisse hütete die erste Zivilisation?
Wer wird letztendlich triumphieren: Templer oder Assassinen?
Alles Fragen, die erst das Ende von Assassin´s Creed 3 beantworten werden wird, dass am 31. Oktober 2012 für die Konsolen Playstation 3 und Xbox 360 herauskommen wird. Auch dieses Mal bleibt den PC-Spielern der Wermutstropfen nicht erspart, denn die Fassung für PC erscheint leider erst am 22. November.

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Witchers News, Jg. 4, Nr. 25 vom 03.10.2012, S. 6-12


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